
Ich bin Juan Felipe – ein Name, der alles sagt, was du über mich wissen musst. Mein richtiger Name? Harun. Aber wer will schon einen „normalen“ Namen? Der Name ist wie das erste Gesicht, das du siehst, bevor du wirklich verstehst, was dahintersteckt. Hayo, mein Mentor, hat mir diesen Namen 2003 gegeben. Er war ein Model, er war überall – Mailand, Paris, die ganze Modewelt kannte ihn. Doch irgendwann kam die Frau und stellte ihn vor die Wahl: Model oder Ehe. Er entschied sich für die Frau, und nach Jahren, nachdem die Ehe gescheitert ist, sagte sie ihm, er hätte lieber modelliert. Und was sagt das über das Geschäft? Dass es niemals um die Liebe geht. Es geht um Macht, Geld und Status.
Ich habe mit 13 Jahren für Magazine gemodelt. Ja, es klingt verrückt, aber es war die Realität. Und du wirst mir nicht glauben, wie das wirklich war. Es war nie so glamourös, wie du es dir vorstellst. Die Fashion Week? Ein riesiges Business, bei dem es nicht um Mode geht, sondern um das Geld, das du hinter den Kulissen verdienst. Aber das kommt später. Lass mich dir eine Geschichte erzählen, die dir die Augen öffnen wird.
Ich erinnere mich an eine Show in Paris. Sie war berüchtigt. Die Luft war dick vom Geruch von Koks, und auf jedem Tisch lagen Hunderte von Euroscheinen – nicht, dass es jemand interessierte, woher sie kamen. Modelle, Designer, Fotografen – sie alle tanzten ihren eigenen Tanz. Während die Models sich für den Laufsteg schminkten, passierte hinter den Kulissen, was niemand sieht: Die Designer zogen sich schnell eine Linie Koks rein, Models hatten die Wahl zwischen Geld oder Bettgeschichten – von einem Bett zum anderen, wie ein Wechselgeld in der Modewelt. Wer am meisten bot, bekam den Job. Es ging nicht um Aussehen, Talent oder Persönlichkeit. Es ging darum, wie du dich verkaufen konntest, im wahrsten Sinne des Wortes. Wer mit wem, wer was bekam – es war ein Geschäft, und die Show war nur das Feigenblatt.

Und dann komme ich ins Spiel. Früher stand ich vor der Kamera, als 13-jähriger Junge, der mit langen Haaren und einem Gesicht, das noch kein Magazin wirklich brauchte, versuchte, seinen Platz zu finden. Doch irgendwann hat Hayo mir klargemacht: „Mit deinem türkischen Namen kannst du nichts reißen. Du wirst nie der Star auf den Coverseiten. Aber Juan Felipe? Das ist der Name, der dich zu einem Aushängeschild macht.“ Und er hatte recht. Der Name hat mich verkauft, der Name hat mich groß gemacht. Es war nicht das, was du tust, sondern das, was du sagst, dass du tust, was zählt. Und dieser Name? Er klang wie das Versprechen von Erfolg. Der Name, der das Geschäft anlockte. Der Name, der dir den Platz an der Spitze sicherte.
Die Wahrheit hinter der Modewelt? Sie ist so hässlich wie die Models, die sie hervorbringt. Und wenn du denkst, dass das Modeln nur hübsch aussehen und auf einem Laufsteg stolzieren bedeutet, dann bist du naiv. Es geht nicht um Schönheit. Es geht nicht um Leidenschaft für Mode. Es geht um Macht. Und jeder, der dir etwas anderes erzählt, ist entweder ein Lügner oder ein Opfer des Systems. Diese Welt ist ein großes Spiel, und du bist entweder der Gewinner oder das Spielzeug, das fallen gelassen wird, wenn der Spaß vorbei ist.
„Geld, Sex, Macht“, sagte mir einmal ein alter Fotograf hinter der Bühne, „Das ist es, was die Fashion Week wirklich antreibt.“ Der Rest ist nur Schall und Rauch. Und du kannst es lieben oder hassen – am Ende geht es immer nur um den Namen. Der Name, der dir die Tür zu den exklusiven Partys öffnet. Der Name, der dir die Jobs sichert, auch wenn du noch nicht einmal weißt, wie du die richtige Pose machst. Der Name, der dich von einem normalen Menschen zu einem „Star“ macht. Der Name, der dir mehr bringt als jede andere Fähigkeit, die du in deinem Leben entwickeln könntest.
Der Name Juan Felipe? Ein verdammt guter Name, der dafür sorgt, dass du immer auf der richtigen Seite stehst. Und was bist du? Du bist ein Gesicht, ein Model, ein Werkstück, das über den Laufsteg stolziert, während die echten Profis hinter den Kulissen das Geld zählen. Du bist nicht mehr als ein Produkt, das verkauft werden kann. Ein schöner Körper, der genutzt wird, solange er funktioniert. Du bist das Schaufenster, aber du bist nicht das, was verkauft wird. Was verkauft wird, sind Macht, Geld und Status. Und in diesem Spiel hat der Name, den du trägst, die größte Bedeutung.
„Was bedeutet es, ein Model zu sein?“ fragte mich jemand mal. Die Antwort? Ein Model zu sein bedeutet, eine Ware zu sein. Ein Produkt, das gebraucht wird, solange es Gewinn abwirft. Du bist kein Mensch mehr. Du bist die Hülle für ein Geschäft, das dir nie gehört.
Ich habe nicht nur als Model gearbeitet, ich habe das Ganze durchblickt. Heute bin ich Fotograf. Ich bin jetzt auf der anderen Seite der Kamera, aber der Name „Juan Felipe“ bleibt. Der Name, der mich von einem naiven Kind zu einem wichtigen Teil dieser Industrie gemacht hat. Der Name, der mir alles bringt. Ja, ich habe das Geschäft verstanden. Ich weiß, wie es läuft. Und ich weiß auch, dass ich mit diesem Namen mehr erreicht habe, als viele andere es je tun werden.
Und am Ende zählt nur eines: Wie gut kannst Du dich verkaufen..

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