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Ein Kaff

Zwischen Realität und Traum: Mein Herz schlägt im Takt der Unwirklichkeit

Mein Leben fühlt sich an wie ein schlecht geschnittener Film. Vor drei Wochen war ich in Kasachstan, spürte den Wind, der nach Freiheit schmeckte. Dann Türkei, ein Kaleidoskop aus Stimmen, Farben, Hitze. Jetzt sitze ich in Hüfingen, und nichts fühlt sich echt an.

Mein Herz schlägt, aber ich spüre es nicht wirklich. Mein Körper bewegt sich durch diese Straßen, aber es fühlt sich an, als wäre ich nur ein Schatten meiner selbst. Alles hier ist dumpf, wie eine Erinnerung, die zu oft erzählt wurde, bis sie ihre Bedeutung verloren hat. Ich sehe Menschen, aber sie wirken wie Statisten in einem Film, den niemand zu Ende gedacht hat. Sie gehen, sie reden, sie existieren – aber leben sie? Lebe ich?

Hüfingen ist keine Stadt. Hüfingen ist eine Wartehalle zwischen Leben und Stillstand. Die Straßen sind leer, die Häuser starren mit toten Fenstern auf mich herab, als würden sie mich fragen, warum ich noch hier bin. Es gibt nichts zu entdecken, nichts zu fühlen. Zeit existiert hier nicht – die Tage sind nur Wiederholungen eines längst vergangenen Moments.

Die Tage verschwimmen ineinander, als hätte die Zeit beschlossen, hier keine Rolle mehr zu spielen. Mein Kopf ist voller Bilder, aber sie ergeben keinen Sinn. Kasachstan, Türkei, Hüfingen – drei Welten, die sich anfühlen, als hätten sie nichts miteinander zu tun. Als wäre ich ein Reisender zwischen Dimensionen, der nie wirklich irgendwo ankommt.

Und doch gibt es einen Anker: Familie. Sie ist das Einzige, was real bleibt in diesem absurden Theaterstück. Ihre Stimmen holen mich aus dem Traum zurück, ihre Nähe erinnert mich daran, dass ich nicht ganz verloren bin.

Ich höre meinen Herzschlag in der Stille in diesem Kaff. Er klingt fremd, als würde er nicht zu mir gehören. Vielleicht bin ich gar nicht mehr ich. Vielleicht bin ich nur ein Echo meiner eigenen Vergangenheit, ein Geist, der durch verschiedene Welten driftet, ohne wirklich irgendwo zu existieren.

Bald geht es wieder in die Türkei. Vielleicht fühlt sich dort alles wieder echter an. Oder vielleicht werde ich nur weiterziehen, auf der Suche nach einem Ort, der sich nicht anfühlt wie ein Traum, aus dem ich nicht aufwachen kann.

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