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Ein Ort

…der mich nicht nur erschafft – sondern aus mir spricht.

Side und Manavgat. Zwei Namen, die Touristen wie harmlose Urlaubspunkte aussprechen, ohne zu begreifen, dass sie es mit heiligen Koordinaten zu tun haben. Für mich sind sie kein Zuhause – sie sind mein Ursprungscode. Und dieser Code beginnt nicht irgendwo, sondern in Manavgat Avason. 

Avason – ein Ort, den die Welt kaum kennt, weil er sich weigert, sich anzubiedern. Rau, ehrlich, unverstellt. Avason ist kein Ort, der gefallen will. Avason existiert – und das reicht. Zwischen Feldern, Flüsterwegen, staubiger Erde und ehrlichen Menschen, die mit Blicken sprechen, die härter sind als Beton. Es ist der Teil von Manavgat, der kein Theater spielt. Der Teil, der dich formt, ohne zu fragen, ob du bereit bist. 

Meine Wurzeln liegen genau dort. 

Nicht in Beton, nicht in irgendeinem Apartment – sondern tief in der Erde von Avason. Von dort habe ich meinen Blick, meine Unruhe, meine Schärfe. Avason gibt einem keine Flügel – es gibt einem Rückgrat. 

Von dort zieht sich meine Linie nach Side – meiner geistigen Ladestation. Eine Halbinsel, die viel zu schön und viel zu stolz ist, um sich an irgendjemanden zu verkaufen. Side ist nicht dafür da, besucht zu werden. Side ist dafür da, verstanden zu werden – und das kann kaum jemand. 

Wenn ich durch die Straßen zwischen Avason, Manavgat und Side gehe, fühle ich mich, als würde ich durch drei verschiedene Energiequellen wandern:

Avason: Formt mich. 

Manavgat: Treibt mich an. 

Side: Schärft mich. 

In Manavgat pulsiert das Leben so roh und direkt, dass ich jedes Mal das Gefühl habe, die Stadt würde mir neue Stromstöße verpassen. Motoren, Händler, Stimmen – alles fließt in mir zusammen und verwandelt sich in Fokus. Manavgat ist keine Stadt, die dich umarmt – sie gibt dir Druck, damit du wächst.

Und dann kommt Side. Diese Halbinsel mit ihrem gottlosen Selbstbewusstsein. 

Side fordert mich. Side provoziert mich. 

Side lädt mich auf wie ein Hochenergie-Reaktor, der genau weiß, was ich mit dieser Kraft anstellen werde. 

Im November gehört Side mir. 

Keine Touristen, keine Stimmen, keine Kulissen. Nur Wind, Meer, Steine und ich – genau so, wie es sein sollte. Der Sonnenuntergang wirkt dann nicht wie ein Naturphänomen, sondern wie ein Training: Farben, die prüfen, ob dein Blick noch scharf genug ist. Wellen, die fragen, ob du bereit bist. 

Ich laufe durch die Ruinen und weiß: Diese Steine kennen meine Vorfahren. Sie wissen, dass mein Blick nicht von außen kommt – sondern von hier. Avason im Blut, Manavgat im Herzen, Side im Atem. 

Und während ich durch diese Orte gehe, formt sich in mir etwas Neues. Etwas Großes. Etwas, das schon fast bereit ist. 

Ich lade mich hier nicht nur auf. Ich erfinde mich neu. 

Ich kreiere Visionen, die ich später draußen in der Welt loslassen werde – scharf, unverschämt, unaufhaltsam. 

Etwas Großes kommt. 

Und jeder, der Side, Manavgat oder Avason jemals gefühlt hat, wird verstehen: 

Solche Orte erschaffen keine kleinen Menschen. 

Demnächst wird etwas Großes entstehen. 

Und ich sage das nicht als Drohung. 

Ich sage das als Versprechen. 

all photos © JUAN FELIPE

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